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Im neuen Osten

Juni 16, 2009

kaufhalle
Das ist im Herzen von Westdeutschland. Waschbeton. Was haben sich die, die hier leben, fuer die gefreut, die frueher jenseits des Eisernen Vorhanges haben leben muessen und dann ploetzlich wieder Landsleute waren, Deutsche wie wir. Wie sie herueber geschaut haben auf die schoenen Haeuser, auf die sauberen Strassen, auf die schmucken Busse. Auf die Kaufhallen bis oben gefuellt mit guter Ware. So war das damals, kaum zwanzig Jahre her.
Und heute? Auf neuen Strassen fahren die Sachsen-Anhaltiner durch die Boerde. Die Sachsen leben in neuen Haeusern am Elbstrand, die Thueringer kaufen in neuen Einkaufscentern Plasma-Fernseher ein, die Mecklenburger haben eine der modernsten Autobahnen und die Brandenburger die riesigen sauberen Einfamilienhaussiedlungen der Berlinfluechtlinge.
Und meine Stadt? Tief im Westen? Wo die Sonne verstaubt? Der weisse Kaufhausblechkasten von Sinn-Leffers steht schon fast ein halbes Jahr leer, Woolworth verramscht seine Ware und bald wird Hertie schliessen. Das sind die Grossen. Die kleinen Fachgeschaefte an der Haupteinkaufsstrasse sind Ein-Euro-Laeden, Vietnamesischen Billig-Modegeschaeften oder Internet-Cafés gewichen. Oder sie stehen leer; ein einsamer Zettel am Schaufenster mit der Nummer des Besitzers. Keiner ruft an. So ist es im neuen Osten – im Herzen Westdeutschlands.
riesig-billig
(Fotos: stoha 2009)

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